NORA&LEO

Von Keimzeit und Schiffbrüchen :)

Dieser Tag zählt definitiv zu unseren persönlichen Highlights in 2012! Wie schon einen Tag zu vor, beim Liedersommer am Strand von Rerik, kamen wir auch an diesem Samstag wiederholt in den Genuss, ein Konzert im Vorprogramm von KEIMZEIT zu spielen. Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg von Rostock ins rund 40km entfernte Örtchen Bützow, auf dessen historischen Open-Air-Gelände die Band Keimzeit schon viele tolle Konzerte in der Vergangenheit gegeben hatte. Die Alte Badeanstalt ist längst zum traditionellen Anlaufpunkt für Keimzeit-Konzerte in Mecklenburg-Vorpommern geworden. 

Als wir am Veranstaltungsort ankamen, hörte es gerade auf zu regnen. Es begrüßte uns unser Freund und Booker Jörg Quandt, der mit der Location bestens vertraut ist. Bevor wir uns allerdings diese urige Area zu Gemüte führten, holte sich Nora in der Stadt auf die Schnelle noch eine lila-orange-rot-gestreifte… na sagen wir mal Hippi-Hose, denn es war etwas frisch geworden und ihr ursprünglich angedachtes Bühnenoutfit im Minirock versprach zumindest unter den derzeitigen Temperaturen nicht sonderlich warmzuhalten. Der Himmel zeigte sich noch sehr bedeckt, aber immerhin regnete es nicht.

Da entdeckten wir am Ufer der Badeanstalt im Schilf ein an einen Pflog angebundenes Tretboot. WOW! Keine Frage, dass wir lange zögerten. Im Gegenteil: Keine Minute später hatten wir das Teil bereits seiner Halterung entbunden und standen allesamt an Deck des kleinen Bootes. Erst dann fiel uns auf, dass es in Ufernähe unter dem Teepich aus Seerosen sehr flach war und wir längst aufsaßen und uns auch unter Zuhilfenahme einiger Ruder nicht vom Grund wegdrücken konnten. Zum Aussteigen war es allerdings auch schon zu spät, zumindest um trockenen Fußes das Ufer zu erreichen. Unser offenbar sehr lustig anzusehenes Schauspiel sorgte von der Mitte des Geländes aus für reichlich Aufmerksamkeit. Die Jungs von Keimzeit samt Manager, Tontechnikern und Fotograf sahen unseren vergeblichen Versuchen aus sicherer Entfernung grinsend zu. Den erlösenden Befreiungsstoß versetze uns letztlich Leos Onkel und unser Produzent Hugo Möller mit einem langen Stab, den er gezielt einsetzte, um uns vom Ufer ins tiefere Fahrwasser zu drängen. ENDLICH. Wir kamen auf hohe See, vom Ufer klatschte es Beifall und wir hatten viel Spaß beim Treten und Paddeln. Nach kurzer Zeit brachte uns das Schicksal größeres Unheil und ließ die Wolkendecke abregnen, aber so richtig! Erst jetzt wurde am Ufer so richtig gefeiert, Keimzeit-Fotograf René Homuth zückte sofort seine Kamera und hielt ungebremst drauf, während wir versuchten von der Mitte des Sees schnellstmöglich zurück ans Ufer zu kommen. Als wir es dann endlich schafften, waren wir nass. Ziemlich doll sogar. Aber das machte nichts, denn wie durch ein Wunder riss die Wolkendecke an diesem Tag zum letzten Mal auf . Diesmal endgültig.

Mit strahlendem Sonnenschein verfolgten wir den Soundcheck des Hauptacts auf der stilvollen großen Holzbühne. Anschließend waren wir an der Reihe und konnten uns aufbauen und einstellen lassen. Ehrlich gesagt ziemlich überwältigt waren wir von dem kollegialen Angebot, dass wir neben sämtlichen Ton-Equipment sogar auf die Instrumente von Keimzeit zugreifen durften. So konnte sich Marc gleich ans Schlagzeug von Roland Leisegang setzen und auch Sarah und Leo die Amps der anderen Jungs benutzen. Für uns war es eine enorme Ehre, das echt geile Equipment anstandslos bespielen zu dürfen. Es sei an dieser Stelle einmal gesagt, dass so etwas nicht selbstverständlich ist. Im Gegenteil. Storys von Bands, die ihre Vorbands absichtlich in schlechtes Licht und schlechten Sound rücken, sind wirklich keine Seltenheit. Umso dankbarer waren wir für dieses faire Entgegenkommen, das zudem allen noch viel Zeit ersparte …Zeit, die wir anschließend für ein gemeinschaftliches Abendbrot in der Gaststätte des Geländes nutzten. Alles war super organisiert, selbst das Catering eine Gaumenfreude! So hatten wir einen angenehmen Nachmittag mit vielen interessanten Gesprächen im Austausch mit den erfahrenen Musikerkollegen.

Gegen 19:00 wurde der Einlass aufgemacht. Die ersten Leute strömten schon in die Badeanstalt. Als wir 20:00 unsere Plätze auf der Bühne einnahmen, hatte sich schon ordentlich viel Publikum versammelt. Wir legten los und fühlten uns im angenehmen Bühnensound äußerst Wohl. Alles klag schön warm und fett, zu laut war es auch nicht und dann noch dazu dieses herrliche Sonnenuntergangswetter. Wir ernteten reichlich und herzlichen Applaus nach einer ungefähren Spielzeit von einer guten halben Stunde. Dann machten wir die Bühne frei für Keimzeit und mischten uns unter die knapp 800 Zuschauer und feiert den Abend bei guter Musik bis zum Ende.

HIER findet ihr übrigens ergänzend noch den offiziellen Keimzeit-Konzertbericht mit vielen Fotos von Birgit und René Homuth. Er lohnt sich! 🙂